November 2017

Wir haben inzwischen richtig große Kita-Mädchen!! Immerhin tragen sie jetzt ihre eigenen Rucksäcke zur Kita. Dabei haben sie ihre neuen Regenbogenjacken an und finden sich in ihrem Zwillingslook sehr cool. Sie sind so „selbständig“. Morgens, wenn ich mich fertig mache um zur Schule zu gehen, verabschiedet sie sich ganz süß von mir… ganz selbstverständlich. „Tschüß Mama..!“ kommt von ihr und ihrer Schwester, sie winken noch mal zum Abschied und dann bin ich entlassen. Irgendwie schon ein komisches Gefühl, von meinen zweijährigen Töchtern so verabschiedet zu werden. Schnief…!! Manchmal kann einem diese Selbständigkeit auch den letzten Nerv rauben. Speziell dann, wenn beide Kinder ihren kleinen Dickkopf durchsetzen wollen und sie mir/uns deutlich zu verstehen geben, was sie nicht wollen.

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, was für ein Durchhaltevermögen die beiden an den Tag legen. Das macht sich momentan auch beim zu Bett bringen bemerkbar. Ebbie braucht „Mama“ zum Einschlafen – ohne Kuscheln will sie sich nicht hinlegen. Und Liv schläft auf ihrer Kuscheldecke ein. Das mit dem allein einschlafen läuft momentan zwar sehr gut, allerdings sind die Mädchen durch die Kuscheldecken sehr schnell so durchgeschwitzt, dass wir sie morgens erst einmal umziehen müssen. Wenn wir mit den Kindern Samstags beim Kinderturnen waren, gehen sie zuhause inzwischen auch freiwillig ins Bett um Mittagsschlaf zu machen. Sie sind meistens so müde, dass wir aufpassen müssen, dass sie nicht schon auf dem Rückweg in der Kinderkarre einschlafen.Schön ist auch, dass sie uns inzwischen so viele Auskünfte darüber geben, was sie mögen und was nicht, und wir dementsprechend reagieren können. Ebbie und Liv tauschen auch gerne einmal ihre Betten, oder schlafen auch mal auf der Matratze vor dem Bett ein.

Seit Anfang November schlafen die Kinder (fast) jede Nacht durch. Etwas geträumt haben. Nur ab und an werden sie noch wach, wenn sie etwas geträumt haben. Oftmals lassen sie die kleinen Mäuse schnell beruhigen und schlafen wieder ein. Liv geht seitdem auch abends mehr oder weniger freiwillig ins Bett – kommt immer darauf an, wie müde sie ist. Aber nur auf die Muckeldecke. Dann gibt es noch etwas zu trinken und dann kann sie schlafen.

Tagsüber haben die Kinder mein Klavier wieder für sich entdeckt – was für Talente!!! Die werden mal ganz große Musikerinnen. Auf jeden Fall zeigen sie viel Interesse und wollen es immer wieder ausprobieren. Dazu gehören auch die anderen Instrumente, die wir den Kindern bislang gezeigt haben. Das sind Triangeln, Trommeln, Tamburine, Pfeifen und alle Arten von Rasseln. Da sie gerne singen und tanzen und immer wieder neue Lieder aus der Kita mitbringen, können wir diese sehr schön und lautstark mit den Instrumenten „untermalen“. Naja, an dieser Stelle vielen Dank an unsere Nachbarn, die sich bisher noch nie beschwert haben. Es klingt aber auch wirklich schön, wenn wir zusammen Musik machen. So schlimm kann es daher auch gar nicht sein.

Der Mittagsschlaf an den Samstagen und in den Ferien klappt momentan sehr gut. Meistens warten wir solange, bis die Kinder ihr Mittagsessen hinter sich haben, damit gut abgefüllt sind und dann richtig schön müde sind, bevor wir sie in das schon abgedunkelte Kinderzimmer mit Schlafmusik bringen. Das macht das Einschlafen um vieles einfacher. An diesem Samstag sind wir am Nachmittag mit den Kindern im Schlepptau durch Pinneberg/Waldenau gefahren und haben uns dort ein wenig nach passenden Häusern umgesehen. Die Kinder waren richtig gut drauf und wir konnten eine Weile unterwegs sein, ohne dass die Beiden anfingen zu meckern. An dieser Stelle sein mal bemerkt, dass Ebbie und Liv eigentlich gern Autofahren. Wir haben daher bislang nur sehr selten Probleme mit ihnen beim Auto fahren gehabt. Wir sind auch dieses Mal nicht fündig geworden, was unser neues Eigenheim betrifft. Aber wir wollen noch nicht aufgeben. Abends haben zusammen eine kleine Spinne aus dem Kinderzimmer „gerettet“ (was für ein Highlight) und anschließend bei unsern Nachbarn auf der Terrasse wieder freigelassen. Eine nette Gelegenheit für uns, unseren Nachbarn von „unten“ mal wieder Hallo zu sagen.

Ebbie und Liv kommen jetz morgens von allein zu uns ins Schlafzimmer, wenn sie wach sind. Dafür lassen wir unsere Schlafzimmertür halb offen, so dass wir sie sehen könne, sobald sie im Flur stehen. Denn  meistens trauen sie sich noch nicht gleich reinzukommen und warten darauf, dass einer von uns sagt, dass sie einkommen sollen. Irgendwie süß!! Liv bringt dabei meistens auch einen ganzen Arm voll an Kuscheltieren mit – die natürlich auch bei uns im Elternbett Platz finden müssen.

Ich hatte Mitte November an einem Freitag keine Stimme mehr gehabt. Sie war mir buchstäblich im Verlauf des Tages am Donnerstag abhanden gekommen. Morgens hatte ich schon ein Kratzen im Hals gespürt und es wurde immer schlimmer. Den Kindern war es richtig unheimlich meine heisere Stimme zu hören. Schließlich ist Sören lieberweise zusammen mit den Kindern zu meinen Eltern gefahren, damit sich meine Stimme etwas erholen konnte. Immerhin ein Versuch dem Rat meines Arztes zu folgen, meine Stimme zu schonen und nicht mehr zu sprechen. Ein fast unmögliches Unterfangen, bei einem Sprechberuf, wie wir ihn haben und zweijährigen Zwillingen zuhause. Aber diese kleine Pause war auch schon Gold wert. Auch wenn meine Stimme noch recht lange brauchte, um sie wieder zu erholen.

Die Kinder sind in den letzten Tagen fast „ganz allein“ ins Bett gegangen. „Mama Bett“, hieß es dann, wir haben die Beiden ins Bett gebracht, Licht ausgemacht, „Gute Nacht“ gewünscht und kurz darauf sind sie eingeschlafen. An dem Abend, als Sören mit den Mädchen von meinen Eltern nach Hause kam, funktionierte das leider nicht. Die Mädchen hatten im Auto geschlafen und waren daher eigentlich total müde. Dann hat alles aber zu lange gedauert. Wir bzw. die Kinder brauchten anschließend mehrere Anläufe, während der Ebbie und Liv sich immer wieder gegenseitig wach gemacht haben, um bettreif zu sein und einzuschlafen.

Ich hatte schon seit ein paar Wochen nach Weihnachtsgeschenken für die Kinder gesucht. Ich bin dabei über ein Angebot für eine Kinderküche mit Kochzubehör gestolpert und da unsere Mädchen zur Zeit total auf „Kochen“ stehen, hatten wir uns gedacht, bei ALDI zuzuschlagen. Am Abend habe ich die Küche ohne Probleme aufgebaut und sie dann bis Weihnachten in unserem Zimmer versteckt. Ich war sehr gespannt, was die Kinder wohl zu „ihrer“ Küche sagen würden. Währenddessen haben wir regelmäßig, einmal pro Woche, den Winterspielplatz einer christlichen Gemeinde bei uns in der Nachbarschaft besucht. Die Kinder fanden es total klasse. Zumal sie dort auch viele Kinder aus ihrer Kita treffen konnten. Die Kinder können ausgelassen rumtoben, während die Eltern mit Kaffee und Kuchen versorgt werden. Besser geht e doch gar nicht. Und nach zwei Stunden gehen alle fröhlich und müde gespielt wieder nach Hause. Dazu kommt das Kinderturnen am Samstag, was die Kinder auch mit Begeisterung mitmachen.

Inzwischen haben wir uns sehr gut eingespielt, was die Koordination der Kinder in der Kita und uns Eltern mit dem Job in der Schule angeht. Sören bringt die Kinder morgens in die Kita, während ich schon zur Schule fahre und ich hole die Beiden Motten ab. Sie sagen jetzt schon immer, dass ihre Mama zur Arbeit (bzw. zur Schule) geht. Einfach süß!! „Mama Schule!?“ Sie kommen mir dann immer schon so groß vor. Gestern waren sie doch noch so kleine Babies. Ich habe meinen ersten Einsatz als Elternvertreterin. Ich kümmere mich um ein Geschenk zu dem Geburtstag einer unserer Kita-Erzieherinnen. Zudem besorgte ich den Kinderpunsch für das Lichterfest der Kita.

In der Kita sagte man mir, ich sollte ein bisschen auf Ebbie achten, da sie eventuell Ohrenschmerzen haben und das ein Grund dafür sein könnte, warum sie sich beim Einschlafen so schwer tut. Allerdings hatte sie an dem besagten Abend auch mit einer Wasserflasche gespielt, die sie unbedingt geöffnet lassen wollte, und die natürlich irgendwann umgekippt und ausgelaufen ist.

Abends tun sich Ebbie und Liv schwer mit dem Einschlafen. Sie sagen, sie „haben Angst“ und wollen mit ihrer Mama kuscheln. Ich habe in letzter Zeit immer häufiger Situationen, in denen ich mit den Kindern dirkutieren muss. „Ein Dachs,…nee, ein Fuchs…“ „Meine Mama,…nee,..meine Mama“... das  sind nur einige Beispiele. Leider bin ich eine Woche krank geschrieben und muss den Mund halten, um meine Stimme zu schonen. Das macht das Diskutieren natürlich nicht einfacher. Vor allem die zunehmenden Diskussionen  vor dem Einschlafen bzw. beim zu Bett gehen. dauern scheinbar endlos. Ebbie will eine Decke, dann wieder nicht. Liv will dann auch nicht unter ihrer Decke liegen, sondern unter einer Anderen. Sie wollen dann zu Papa, der eine Geschichte vorliest. Schließlich kann ich sie doch ins Bett bringen  – den Rücken kraulen wirkt manchmal Wunder.  Ebbie will wieder diskutieren. „Mama, Banane, Livi, Ebbie…beide Nane.“ (Sie wollen beide eine Banane haben.) Vor dem Schlafengehen schauen wir uns immer noch Bücher an  – entweder liest einer von uns beiden etwas vor, oder sie schauen sich Bilderbücher an. Dabei benennen Ebbie und Liv Störche, Frösche, Enten, Schweine,, Reiher und und und……. „Frosch Angst,…verstecke…“ sie meinen, dass sich der Frosch vor dem Reiher verstecken muss. „Meine Mama…“ Ebbie zeigt auf die Schwanenmama, nachdem wir festgestellt haben, dass die Ente ein Entenpapa mit grünem Kopf ist. Meine Mama,mein Papa, meine Ebbie, meine Livi ist gerade voll angesagt.

Es gab wieder ein großes Theater beim Einschlafen. Ebbie wollte in meinem Arm einschlafen. Ich machte sie bettfertig und bot Liv dann an, dass sie in Ebbies Bett schlafen könnte. das wollte sie aber nicht. Liv wollte stattdessen auch in meinem Arm einschlafen, da ihr Bett auch nicht attraktiv ist. Am liebsten würde sie in unserem „großen“ Bett schlafen. Das erlaubte ich ihr aber nicht, weil sie sich doch daran gewöhnen soll, in ihrem Bett einzuschlafen, Außerdem wollte ich ja beide Mädchen im Blick behalten. Ich habe ich die Tür zum Kinderzimmer zu gemacht, was ich sonst nie mache. Bei uns in der Wohnung sind (fast) immer alle Türen offen. Liv wollte schon abhauen und war überhaupt nicht erfreut darüber, dass ich sie nicht rausgelassen habe. Daraufhin versteckte sie sich in ihrem Kinderzelt und ich frage sie, was sie denn möchte, um nicht hinter ihr herzulaufen. Sie sagte, dass sie Ebbies Decke haben wollte, da diese einen anderen Bezug mit vielen kleinen Elefanten darauf hat. Ebbie will aber nicht tauschen. Ich tauschte also den Bezug von Livs Decke aus und fluchte innerlich dabei vor mich hin. Ich hatte meinem Ärger schon vorher einmal Luft gemacht, da ich schon wieder so viel Reden musste, und das, obwohl ich doch meine Stimme schonen sollte. Nun konnte Liv sich endlich ruhig hinlegen. Das sollte aber noch nicht heißen, dass sie auch sofort einschlafen wollte. Als ich sie unter die Decke legte, fragte sie mich „Mama böse…?“ Das hatte sie bisher noch nie getan. „Liv böse“….  – ich war echt getroffen und musste erst einmal kräftig schlucken. Sie meinte wohl, ich wäre böse auf sie. Ich sagte ihr, dass ich nicht böse auf sie war. „Ich habe mich nur geärgert“ Sie wiederholte es noch einmal und ich nahm sie in den Arm, streichelte sie und redete mit meiner kleinen Maus. Auch wenn sie mich manchmal wahnsinnig macht, bin ich doch immer wieder erstaunt darüber, wie empathisch sie ist und wie gut sie mich kennt. Derweil schlief Ebbie langsam ein und ich kraulte beiden Mädchen den Rücken. das mögen sie momentan besonders gern. Bei Liv dauerte es ein wenig länger, sie davon zu überzeugen in dem Moment einzuschlafen.

 

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Autor: ebbieundliv2015

Ich bin inzwischen 38 Jahre alt, habe meine Elternzeit schweren Herzens hinter mir gelassen und arbeite wieder seit Anfang September in einer Gemeinschaftsschule. Ich wohne mit meinem Mann und unseren Zwillingen in Hamburg. Hier gehen die Kinder inzwischen auch in die Kita.

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