Amrum im Oktober 2017

Die „Clörschers“ waren mal wieder auf Sörens Lieblingsinsel (Obwohl er immer sagt, das wäre die Insel der Sozialpädagogen. Ist aber eher lustig gemein, da so viele Leute in Outdoor-Klamotten rumlaufen.) Die Hinfahrt war wieder problemlos. Die Kinder haben viel im Auto geschlafen und auf der Fähre konnten sie so richtig auf Entdeckungsreise gehen. Und vom Anlegen in Nebel waren es auch nur ca. 15 Minuten, bis zu unserer Ferienwohnung. Die war auch richtig schön, wie unsere Letzte. Nur ein Stückchen näher am Ortskern. Wie waren zudem nur fünf Minuten von dem nächsten großen Spielplatz entfernt. Für die Kinder war die Wohnung zudem sehr vorteilhaft, da sie umgeben war von einem großen Garten zum Toben mit einer Sandkiste und einer Doppelschaukel – geradezu paradiesisch. Wir konnten bei jedem Wind und Wetter mit den Kindern nach draußen gehen. Die Schaukeln waren natürlich ein Highlight. Beide Mädchen konnten gleichzeitig schaukeln. Liv musste auch gleich ausprobieren, wie hoch sie schaukeln konnte und ihre Grenzen austesten. Bei einem dieser Versuche hat sie sich nicht richtig festgehalten (obwohl sie das schon sehr gut macht) und ist beim Vorwärtsschaukeln von der Schaukel auf den Rücken gefallen. Das war vielleicht ein Schreck! Sowohl für Sie  -weil sie nicht wusste, wie ihr geschieht und ihr für einen Moment die Luft wegblieb. Als auch für Ebbie und mich, die ihr dabei zugesehen haben. Ich habe mir das Kind natürlich gleich gegriffen, sie in den Arm genommen und ihr sanft auf den Rücken geklopft, damit sie wieder Luft bekam. Sie guckte mich mit großen, aufgerissenen Augen an und musste erst einmal Luft schnappen. Und dann fing sie an zu weinen. Ich glaube aber viel mehr, dass es der Schrecken war, als der Schmerz. Obwohl sie sich sicherlich auch weh getan hat. „Böse Schaukel !!“ Sie ist aber gleich wieder auf die Schaukel, nachdem sie sich wieder beruhigt hatte. Ich gebe ja zu. Ich habe mir schon Sorgen gemacht um mein kleines Mädchen, aber im ersten Moment habe ich nur funktioniert. Und das war offensichtlich auch genau richtig so. Später musste ich auch ein paar Tränchen verdrücken. „Mein armes kleines Mädchen. “ Und Ebbie hatte sich auch ganz schön erschreckt. Sie war ganz aufgeregt und fragte nach, wie es Liv ginge. „Liv runterfallt!“ sagte sie und zeigt auf die Schaukel.

In diesem Urlaub konnten wir auch wieder viel ausprobieren. Wir hatten (aus Erfahrung) eine Extrakiste mit Spielzeug mitgenommen und diese im Wohnzimmer deponiert. Die Kinder wussten genau Bescheid und konnten sich entsprechend bedienen. Alle anderen Kindersachen packten wir in ihr Kinderzimmer im ersten Stock – in das wir über eine recht steile Treppe gelangten. Die Treppe stelle für die Kinder auch eine große Herausforderung dar, da sich vor allem Ebbie zuerst nicht traute, allein die Treppe runter zu krabbeln. Sie musste erst mit uns üben, sich umzudrehen und langsam hoch – bzw. runter zu klettern. Später versuchten beide Mädchen auch sich am Geländer festzuhalten. Dass klappt schließlich auch immer besser. Für die Kinder war das neue Zimmer auch aufregend. Sie kannten zwar schon die Reisebetten, aber sie taten sich anfangs mit dem Einschlafen schwer. Ich nehme an, das es an der neune Umgebung lag. Denn zuhause klappte das Einschlafen inzwischen richtig gut. Zudem probierten wir neue Windeln aus – zum einen wurden die, die wir hatten langsam zu klein und sie hielten auch nicht lange trocken.

An einem der ersten Tage machten wir einen Spaziergang zum Strand von Nebel. Von unserem Haus waren wir ca. eine halbe Stunde unterwegs. Die Kinder waren begeistert. Wir konnten die neuen festen Allwetterschuhe ausprobieren (die sich übrigens prima bewährt haben, selbst in Salzwasserpfützen) und jede Menge Sandburgen bauen. Für die Mama und den Papa gab`s warmen Kakao am Strandkiosk. Auf dem Weg von der Wasserkante zum Kiosk trat Ebbie und mir plötzlich ein Junge in den Weg und beschimpfte uns als „Aa-Leute“Ich schätzte ihn auf ungefähr 6-7 Jahre. Ich versuchte ihn zu ignorieren und sagte auch Ebbie, dass sie einfach weiterlaufen solle. Aber der Knabe hörte nicht auf. Er nannte uns weiterhin „Aa-Leute“, auch als ich ihm sagte, dass ich ihn gar nicht kenne und er damit aufhören soll. Das interessierte ihn gar nicht. Irgendwann bekamen auch seine Eltern mit, dass ihr liebes Söhnchen nicht so nett zu fremden Leuten war. Aber anstatt sich  bei uns zu entschuldigen, riefen sie ihn nur zu sich. Na, das war ja effektiv – ich dachte mir, nur, dass das doch ein Freibrief für solche Kiddis sei. Grundsätzlich schätze ich mich recht tolerant ein. Aber da war für mich auch eine Grenze erreicht  – so ein Arschkind. Leider haben wir die Familie immer mal wieder getroffen und jedes Mal hatte ich ein schlechtes Gefühl dabei. Sie hatten auch zwei Kinder, zwei Jungs. Und der Große von den beiden ist noch ein zweites Mal direkt zu uns gekommen und hat aus heiterem Himmel unsere Mädchen beschimpft. Ebbie und Liv guckten nur verständnislos und die Eltern haben gar nicht reagiert. Naja, und ich habe nur darauf gewartet, den Eltern mal meine Meinung zu sagen. Aber Gott sei Dank oder vielleicht auch leider, ist es nicht mehr dazu gekommen.

Auf dem Rasen vor unserer Wohnung probierten wir unsere ersten Laufräder aus. Ich hatte schon seit längerem Bemerkt, dass die Kinder sich sehr für die Laufräder in der Kita und von anderen Kindern interessierten und hatte daraufhin für den kurz bevorstehenden Geburtstag der Mädchen über „eBay Kleinanzeigen“ welche besorgt. Diese hatten wir, ohne deren wissen mir nach Amrum genommen und  nun auf der Insel ausgepackt, wo sie viel Platz und wenig Verkehr hatten, um sie auszuprobieren. Leider war die erste Reaktion der Mädchen nicht so, wie erwartet. Die Räder wurden komplett ignoriert. Egal, was wir versuchten, sie blieben uninteressant. Das änderte sich auch nicht, als wir ein paar Tage später Klingeln besorgten. Lieber wollten Ebbie und Liv nur klingeln.

Mitte der Woche bekamen wir Besuch von einem ehemaligen Kollegen, der sein Zelt für eine Nacht auf dem Zeltplatz in Wittdün aufgeschlagen hatte. Das letzte Mal, als er uns besucht hatte brauchten die Mädchen eine halbe Ewigkeit bis sie überhaupt mit ihm sprachen. Jetzt ließen sie sich sogar relativ schnell von M. beim Anziehen helfen. Zusammen mit ihm machten wir erst einmal einen schönen ausgedehnten Spaziergang zum Strand gemacht. Leider konnte er nicht länger bleiben. Aber für die Beziehung zwischen ihm und den Kindern war er sehr positiv. Die Mädchen finden ihn super.  Sie haben keine Angst vor ihm und er gibt sich auch sehr viel Mühe mit ihnen. Nach dem Spaziergang hat M. sich auf den Heimweg Richtung Zelt/Wittdün gemacht. An dem Abend sind Ebbie und Liv ganz ohne großes Theater ins Bett gegangen. Ich glaube die Mädchen waren viel zu müde und aufgeregt, um sich besonders aufzuregen. den Rest der Woche verbrachten wir noch mit viel Zeit draussen im Garten, lecker Kuchen essen und schließlich haben wir noch für die Mädchen im Ausverkauf schöne warme Winterjacken gefunden. Für die Kita besorgten wir neue Hausschuhe, da die Bisherigen (mal wieder) zu klein gewordn waren.

In der letzten Oktoberwoche brachten wir die Mädchen wieder in dei Kita – wie die sich gefreut haben, wieder da zu sein!! Richtig süß. Sie haben richtig gequiekt vor Vergnügen und komnnten es am Morgen gar nicht erwarten loszukommen. In dieser Woche stand auch die nächste Kinderarztuntersuchung der Kinder an. Für die U7 konnten Sören und ich die Kinder gemeinsam zum Arzt bringen, da wir beide noch Ferien hatten. Ebbie und Liv haben sich beide ganz o Probleme anfassen und untersuchen lassen. Selbst bei der jungen Ärztin, bei der es bis dato nicht ganz so einfach war. Aber das Ergebnis war auch dieses Mal super  – die Kinder sind kerngesund und wir brauchen uns keine Sorgen machen. Wir sollten nur die Wachstumskurs von Ebbie ein bisschen im Auge behalten, da sie ganz schön groß ist, für ihr Alter.

Ein paar Tage später wurden wir von der Kita angerufen und gebeten Liv frühzeitig abzuholen, da es ihr nicht gut ging. Sie sah sehr matschig aus und hatte auch leicht Temperatur. Zudem hatte sie mittags nicht viel gegessen, was sehr untypisch für sie ist. Ich nahm gleich beide Mädchen mit, da sich alles andere nicht gelohnt hätte und machte es Liv gleich auf dem Sofa gemütlich. Und vielleicht hatte sich Ebbie ja auch schon dasselbe eingefangen. Eine der Kindergärtnerinnen hatte mich vor gewarnt, dass gerade ein Virus im Umlauf sei und Liv sicherlich nicht die Einzige bleiben würde, die es erwischt hat. Eigentlich hatten Sören und ich den Eindruck, dass es ihr bis zum Abend immer besser ging. Sie konnte zum Abendbrot auch schon wieder ordentlich Essen, hatte Appetit. Aber mitten in der Nacht wachte sie davon auf, dass sie plötzlich heftig spucken musste – und schon kam das Abendbrot wieder raus. Während ich das Bett sauber machte, knüpfte sich Sören das arme Kind vor und steckte sie unter die Dusche, da alles Andere sinnlos gewesen wäre. Natürlich lief das nicht ohne großes Geschrei ab, aber wirklich viel konnte Liv ohnehin nicht ausrichten. Die Kleine war einfach zu schlapp. Zwei Tage später hat es dann Ebbie erwischt. Unsere Kindergärtnerin sollte recht behalten. War sie am zweiten Tag noch ganz tapfer allein, ohne ihre Schwester in die Kita gegangen, musste sie nun auch zuhause bleiben. Ebbie hing ziemlich durch. Sie lag am Abend davor mit Liv auf dem Sofa und hatte sie ganz lieb beschäftigt. Die darauffolgenden Nacht war sehr kurz für alle von uns. Ich habe mir ein Matratzen- und Kissenlager auf dem Boden im Kinderzimmer, gleich neben den Betten der Mädchen aufgeschlagen, um gleich zur Stelle zu sein, falls ich gebraucht würde. Sören sollte diese Nacht mal durchschlafen können. Die Kinder lagen schon sehr früh völlig erledigt in ihren Betten. Meine Entscheidung stellte sich als ganz richtig heraus, da Ebbie in der Nacht mehrfach spucken musste und ich ihr aber gleich helfen konnte. Zum Schluss, es war schon sehr spät in der Nacht, schliefen wir zu dritt nebeneinander auf den Matratzen.

 

 

Autor: ebbieundliv2015

Ich bin inzwischen 38 Jahre alt, habe meine Elternzeit schweren Herzens hinter mir gelassen und arbeite wieder seit Anfang September in einer Gemeinschaftsschule. Ich wohne mit meinem Mann und unseren Zwillingen in Hamburg. Hier gehen die Kinder inzwischen auch in die Kita.

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